Niemand will ins Freibad
In zwei Wochen wollte der SV Poseidon sein 1. Castroper Herbst-Meeting im Parkbad Nord durchführen. Der Wettbewerb ist nun abgesagt worden. Zu den Umständen befragte Sportredakteur Carsten Loos den Poseidon-Geschäftsführer Dirk Lennhoff.
Was hat zu der Absage geführt?
Antwort: - Es hat sich kein Verein gemeldet, um beim 1. Castroper Herbst-Meeting mitzumachen.
Was sind die Gründe dafür, dass kein Club Interesse hatte?
Antwort: - Vielleicht, weil das Veranstaltungs-Wochenende das letzte in den Sommerferien ist. Aber leider haben wir keinen anderen Termin von der Stadt bekommen. Immerhin, der Versuch, ein solches Meeting zu gründen, war es wert.
Lagen die Schwierigkeiten des Schwimmfestes in der Jahreszeit, schließlich kann es ja trotz des langen Sommers Mitte September schon recht kühl werden in einem Freibad?
Antwort: - In dieser Zeit finden ja auch andere Wettkämpfe statt. Das Freistil-Schwimmen in Epe zum Beispiel findet immer am letzten Ferien-Wochenende statt. Das ist aber schon seit Jahren etabliert.
Bleibt die Idee des Herbst-Meetings erhalten?
Antwort: - Wir wollen gerne einen Wettkampf anbieten neben den Stadtmeisterschaften und dem Anna-Joseph-Pokal, bei dem man auch 200- und 400-m-Strecken schwimmen kann und nicht nur an zwei Starts pro Schwimmer gebunden ist, wie bei einem Clubkampf. Eine solche Veranstaltung würden wir gerne im Hallenbad durchführen. Ob Frühjahr oder Herbst, darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Auf der anderen Seite wird das Freibad ja viel zu selten als Wettkampfstätte genutzt. Das letzte waren die Bezirksmeisterschaften 2001. Dabei ist das Parkbad Nord ein phantastisches Bad mit einem 50-m-Wettkampfbecken und einem zusätzlichen Becken zum Ein- und Ausschwimmen.
Warum möchte der SV Poseidon so gerne ein richtiges Schwimmfest veranstalten?
Antwort: - Weil sich durch die eingenommenen Meldegelder ein Teil der Vereinsarbeit finanzieren lässt. Für das Herbst-Meeting hätten wir 232 Euro Benutzungsgebühr an die Stadt zahlen müssen, wir hätten einen LKW ausleihen müssen, um richtige Trennleinen für die Bahnen aus Herten zu holen, und wir hätten Medaillen kaufen müssen. Trotzdem hätte das Geld, das übrig geblieben wäre, eigentlich in die Ferienfreizeit unserer Schwimmer in den nächsten Osterferien fließen sollen. Schließlich fehlten uns in diesem Jahr, nachdem die Stadt ihre Zuschüsse gekürzt hatte, schon 600 Euro.

Dirk Lennhoff gehört dem Vorstand seit 1990 an. Im achten Jahr lenkt der heute 40-jährige Verkaufsleiter für elektronische Kleinbauteile, als Geschäftsführer die Geschicke im SV Poseidon. Dirk Lennhoff ist verheiratet mit der Technischen Leiterin des SVP, Andrea Lennhoff.

Quelle: Ruhrnachrichten Castrop-Rauxel vom 03.09.2003